Aktuelles
03.07.2024

Exkursion im Stiftungswald

Anlässlich der Jahres­haupt­ver­sammlung von der Forst­be­triebs­ge­mein­schaft (FBG) Herzogtum Lauenburg und der Forst­be­triebs­ge­mein­schaft Mecklen­burger Seenplatte/ Schaalsee, gab es die jährliche Exkursion diesmal zum Thema Wald und Wild bei der Stiftung Wald und geführt durch den Betriebs­leiter und Revier­jagd­meister, Hans-Kristian Sierk. 

Am Donners­tag­morgen den 19.06.2024 trafen sich dazu 25 Mitglieder am Forsthaus der Stiftung in Schildfeld. Dort konnten die Teilnehmer anhand der Betriebs­karte die Beson­der­heiten und die räumliche Aufteilung der Revier­struktur erkunden. Herr Sierk erklärte ausführlich die Aufgaben der Stiftung und welche einzig­ar­tigen Merkmale diesen Betrieb ausmachen. Neben Gründungs­ge­danken, Fakten und Zahlen wurde auch die Bejagungsform erwähnt. Durch wenige Intervall Jagden können effektive Strecken und wenig Beunru­higung über das Jahr erzielt werden.

Die Gestaltung durch Wald, Wiesen und Wasser­flächen lassen ein Arten­reichtum erahnen, zu dem die Teilnehmer viele Fragen stellen konnten. Die Veran­staltung setzte sich an einigen Exkur­si­ons­punkten im Wald und Feld fort. Als erstes wurden vielfältige Hecken­an­pflan­zungen, die auf ganzer Feldlänge angelegt wurden, erläutert. Diese Neube­grün­dungen dienen haupt­sächlich, um Struktur reichere Räume zu schaffen und dem ansäs­sigen Wildbe­ständen Ruhezonen für die Äsung im Feld zu geben. Laut Sierk funktio­nieren diese Ruhebe­reiche so, dass sich das Wild sogar tagsüber im Feld aufhält. Dadurch können nachweißlich die Schäden durch das Schälen in den Jungbe­ständen reduziert werden. 

Der Großteil an Weich­laub­holz­flächen im Revier dient ebenfalls als Wildein­stände. Um den Verbiss in diesen Bereichen zu minimieren, wurden extra Weiden und Erlen­steck­linge in einstandsnähe gesteckt, um weitere Äsungs­al­ter­na­tiven zu schaffen. 

Ein weiterer Ausflugs­punkt beinhaltete Einrich­tungen der Raubwild­be­jagung, da auch das Niederwild geschützt werden soll. Diese Arbeit lässt laut Sierk, die Niederwild Bestände von Hasen und Fasanen wieder deutlich ansteigen. An dieser Station wurden auch Auffors­tungen im Gatter mit verschie­densten Laubholz­arten vorge­stellt. Darunter waren Arten, die so wird vermutet, dem Klima­wandel stand­halten und einen stabilen Mischwald erzeugen sollen. 

Aber auch Beispiele der Natur­ver­jüngung wurden gezeigt. Küsten­tannen, Tuja und Douglasie standen breit verjüngt unter einem ca. 70 Jahre alten Kiefer Bestand. Dieses Bespiel sollte zeigen, dass eine Natur­ver­jüngung trotz hoher Wildbe­stände möglich ist. Dabei wurde deutlich, dass die so häufig angespro­chenen Ruhezonen für das Wild einen hohen Wert für den Wald haben. Durch die Arbeit der Stiftung können besonders Wildarten wie Rot- und Damwild sowie Reh- und Schwarzwild in einem natür­lichen Umfeld leben. 

Zum Abschluss konnten sich alle noch angeregt über die Wald Wild Thematik austau­schen. Die Forst­be­triebs­ge­mein­schaft sowie der Vorstand bedanken sich herzlich für die Infor­mative Führung im Stiftungswald.

Johanne Herbst
Forst­wirt­schafts­meis­terin der FBG

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